Der Rankbrain – Googles intelligenter Algorithmus

© Depositphotos / agsandrew

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Nachdem der Suchmaschinenriese Google schon immer bemüht war, seine Suchergebnisse zu verbessern und bereits seit Jahren in die Forschung zur Künstlichen Intelligenz investiert, steht nun der nächsten logischen Schritt an: Mit RankBrain wird wird eine selbstlernende künstliche Intelligenz Teil des Suchalgorithmus. Welche Verbesserungen wird dies aller Wahrscheinlichkeit nach bringen?

Was ist eigentlich eine Künstliche Intelligenz?

Hinter dem Kürzel KI verbirgt sich ein Konzept, das bereits seit den Anfangstagen der Informatik ein Thema ist: Können Computer so etwas wie eine eigene Intelligenz entwickeln, und eben nicht bloß einem vorgegebenem Programmablauf stur folgen. Ein erfolgreiches Anwendungsgebiet waren beispielsweise Schachcomputer oder das Programm Eliza – ein Art erster Chatbot – das dem Nutzer vorgaukelte, ein Psychotherapeut zu sein, allerdings noch auf einem sehr simplen Niveau.

Ist nun RankBrain eine KI?

Das ist schwer zu sagen: Es soll sich um eine Art Computerprogramm handelt, das insbesondere Suchanfragen analysiert, die Google nicht kennt, also Anfragen, die so noch niemand zuvor gestellt hat. Immerhin soll dies ca. 15 Prozent aller Google-Suchen betreffen. Daher soll RankBrain, wenn ein unbekanntes Wort gesucht wird, automatisch ähnliche Ergebnisse zusammenstellen und filtern. Interne Test sollen erfolgversprechend verlaufen sein. Machine-learning oder auch deep-learing, wie die englischen Fachbegriffe für die Prozesse lauten, die dabei zum Einsatz kommen, ist natürlich nur ein erster Schritt auf dem Weg zu einer KI. Deshalb werden auch weiterhin die anderen Faktoren des Google-Algorithmus berücksichtigt.

Was ist vom RankBrain zu erwarten?

Dieser eigentlich spektakulär erscheinende Schritt wird wohl zunächst bloß einige wenige Änderungen bringen. Ziel ist es – wie eigentlich bei beinahe allen Maßnahmen von Google – den Nutzern genauere Suchergebnisse und gleichermaßen zielgruppenorientiert wie passgenau zur Suche entsprechende Werbung zu präsentieren. Spekuliert wird auch, ob Kundenbewertungen stärker bei der Suche gewichtet werden. Auf jeden Fall sollten Webmaster nun einen noch stärkeren Fokus darauf richten, welche möglichen Sucheingaben potentielle Besucher und Kunden tätigen könnten. Für die Nutzer hingegen werden die Suchen vermutlich noch stärker personalisiert. Die Zeit wird zeigen, welches Potenzial hinter dieser neuen Technologie steckt und wie dadurch das Ranking beeinflusst wird. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre eine Prognose noch reine Kaffeesatz-Leserei.

Webmaster aufgepasst: Den RankBrain nicht vergessen

Trotzdem sollten Webmaster und SEOs aufpassen: Google wird vermutlich immer mehr auf selbstlernende KIs setzen. Sich über die damit verbundenen Folgen und Möglichkeiten ein grundlegendes Wissen anzueignen, wird somit für jeden professionellen Webseitenbetreiber beinahe schon zur Pflicht. Außerdem ist es abzusehen, dass auch in anderen Bereichen, wie zur Verbesserung der Nutzererfahrung in sozialen Netzwerken, diese Technologie Einzug halten wird. Und auch die Konkurrenz aus dem Hause Microsoft wird sicher nicht schlafen, und vermutlich auf kurz oder lang ähnliche Algorithmen in Bing implementieren – wenn sie es nicht schon bereits getan haben.


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